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Ordnung
des Gemeindedienstes der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche

Vom 14. November 1986

(GVOBl. S. 301)

Die Kirchenleitung hat gemäß Artikel 81 Absatz 3 der Verfassung in Verbindung mit § 2 Absatz 1 Satz 1 Kirchengesetz über die Organisation der Dienste und Werke vom 14. Januar 1984 folgende Rechtsverordnung erlassen:
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§ 1

( 1 ) Der Gemeindedienst will in gemeindebezogener, gemeindebegleitender und gemeindeergänzender Arbeit in der sich ständig wandelnden menschlichen und gesellschaftlichen Situation Glauben an Jesus Christus wecken, zur Bewältigung des Lebens beitragen und zur Mitarbeit gemäß den Gaben der Einzelnen in einer lebendigen und missionarischen Gemeinde helfen.
( 2 ) Sitz des Gemeindedienstes ist Hamburg.
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§ 2

( 1 ) 1 Der Gemeindedienst ist ein Werk der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche.
2 Er umfasst folgende Arbeitszweige:
  1. Der Arbeitszweig Volksmission will Gruppen zu missionarischem Dienst ermutigen und befähigen, zu missionarischem Gemeindeaufbau beitragen und insbesondere den der Kirche entfremdeten Menschen zum Glauben an Jesus Christus und zu verantwortlichem Leben in Kirche und Gesellschaft helfen.
  2. Der Arbeitszweig Haushalterschaft will die Fähigkeit der Gemeindeglieder als von Gott anvertraute Gaben erkennen und so entwickeln, dass sie in gegenseitiger Ergänzung sich in Gruppen, Gemeinden und Gemeinwesen zu verantwortlicher Tätigkeit entfalten können.
  3. Der Arbeitszweig Freizeit und Erholung will in Zusammenarbeit mit kirchlichen und außerkirchlichen Institutionen neue Arbeitsformen der Kirche entwickeln und unterstützen zur seelsorgerlichen und verkündigenden Begleitung des Menschen im Freizeit-, Urlaubs- und Erholungsbereich.
( 2 ) 1 Die Arbeitszweige arbeiten im Rahmen der vom Vorstand beschlossenen Richtlinien selbstständig. 2 Es können weitere Arbeitszweige eingerichtet werden.
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§ 3

( 1 ) Die Arbeitszweige des Gemeindedienstes bilden Förderkreise.
( 2 ) Aufgabe der Förderkreise ist es, den jeweiligen Arbeitszweig des Gemeindedienstes ideell und finanziell zu unterstützen.
( 3 ) 1 Jeder Förderkreis gibt sich eine Geschäftsordnung, in der eine Jahresversammlung vorzusehen ist. 2 Sie hat zehn Personen als Vertreter ihres Arbeitszweiges in die Vertreterversammlung zu entsenden. 3 Außerdem wählt sie eine angemessene Zahl von Ersatzvertretern und bestimmt die Reihenfolge ihres Nachrückens beim Ausscheiden eines Vertreters aus der Vertreterversammlung. 4 Die Gewählten müssen der evangelischen Kirche angehören.
( 4 ) 1 Für den Arbeitszweig „Volksmission“ kann die „Ev.-Luth. Volksmission in Schleswig-Holstein“ e. V. die Aufgaben des Förderkreises wahrnehmen. 2 Die Vertreter für die Vertreterversammlung werden in diesem Fall in der Mitgliederversammlung gewählt.
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§ 4

Organe des Gemeindedienstes sind
  1. die Vertreterversammlung,
  2. der Vorstand.
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§ 5

( 1 ) Die Vertreterversammlung besteht aus den nach § 3 gewählten Vertretern der Arbeitszweige, dem Leiter des Gemeindedienstes und dessen beiden Stellvertretern sowie zwei von den Mitarbeitern des Gemeindedienstes gewählten Vertretern.
( 2 ) 1 Sie tritt mindestens einmal jährlich zusammen. 2 Die Referenten nehmen an den Sitzungen beratend teil.
( 3 ) 1 Die Vertreterversammlung nimmt den Jahresbericht des Vorstandes und die Jahresrechnung entgegen. 2 Sie berät und beschließt über die Schwerpunkte der Arbeit.
( 4 ) Sie wirkt bei Änderungen dieser Ordnung und bei Auflösung des Gemeindedienstes mit, über die die Kirchenleitung entscheidet.
( 5 ) Sie entsendet die Vertreter in die Kammer für Dienste und Werke.
( 6 ) 1 Die Vertreterversammlung wählt aus ihrer Mitte sechs Mitglieder des Vorstandes, darunter den Vorsitzenden und seinen Stellvertreter. 2 Sie gibt sich eine Geschäftsordnung.
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§ 6

( 1 ) Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, den vier weiteren von der Vertreterversammlung gewählten Mitgliedern sowie dem Leiter des Gemeindedienstes und seinen beiden Stellvertretern.
( 2 ) 1 Der Vorstand leitet den Gemeindedienst im Rahmen der Beschlüsse der Vertreterversammlung. 2 Er beschließt den Entwurf des Wirtschaftsplanes und ist zuständig für den Abschluss von Anstellungsverträgen im Rahmen des von der Synode der NEK beschlossenen Stellenplanes. 3 Die Verträge bedürfen der Genehmigung des Nordelbischen Kirchenamtes.
( 3 ) 1 Zu grundsätzlichen Angelegenheiten soll die Referentenkonferenz angehört werden. 2 Der Vorstand hat der Vertreterversammlung auf Verlangen zu berichten.
( 4 ) Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens sechs seiner Mitglieder, darunter der Vorsitzende oder sein Stellvertreter, anwesend sind.
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§ 7

( 1 ) 1 Der Leiter des Gemeindedienstes wird von der Kirchenleitung berufen. 2 Dazu macht der Vorstand nach Anhörung der Referentenkonferenz einen Vorschlag.
( 2 ) 1 Dem Leiter ist der leitende geistliche Dienst übertragen. 2 Er ist dem Vorstand für seine Amtsführung verantwortlich. 3 Er koordiniert die Arbeitszweige im Benehmen mit der Referentenkonferenz. 4 Er berichtet regelmäßig der Kirchenleitung.
( 3 ) 1 Der Leiter vertritt den Gemeindedienst nach außen. 2 Er hat die Rechte und Pflichten eines Dienstvorgesetzten aller Mitarbeiter wahrzunehmen.
( 4 ) 1 Der Vorstand beruft die beiden Stellvertreter des Leiters. 2 Jeder Arbeitszweig soll vertreten sein.
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§ 8

1 Die Mitarbeiter des Gemeindedienstes, die selbstständig missionarische Aufgaben wahrnehmen, treten unter dem Vorsitz des Leiters nach Bedarf zu einer Referentenkonferenz zusammen. 2 Sie tauschen ihre Erfahrungen aus, beraten und planen den Auftrag des Gemeindedienstes. 3 Sie erarbeiten Vorschläge für die Vertreterversammlung und den Vorstand und sind verantwortlich für die Ausarbeitung der Jahresplanung und die Vorbereitung des Wirtschaftsplans.
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§ 9

( 1 ) 1 Die Amtsdauer der Mitglieder der Vertreterversammlung und des Vorstandes beträgt sechs Jahre. 2 Sie richtet sich nach den Wahlperioden der Nordelbischen Kirche. 3 Wiederwahl und Wiederberufung sind zulässig.
( 2 ) Der zuständige Bischof und das Nordelbische Kirchenamt sind unter Angabe der Tagesordnung zu den Sitzungen von Vertreterversammlung und Vorstand einzuladen.
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§ 10

Die Mittel für die Arbeit des Gemeindedienstes werden durch Zuweisung der Nordelbischen Kirche im Rahmen ihres Haushaltsplanes sowie durch Spenden, Kollekten und eigene Einnahmen aufgebracht.
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§ 11

Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.