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Verordnung zur Durchführung des
Kirchensteuergesetzes Mecklenburg-Vorpommern
(Kirchensteuer-Durchführungsverordnung –
KiStDVO M-V)

Vom 17. März 2015

(GVOBl. M-V S. 106)

Aufgrund des § 10 Absatz 1, des § 11 Absatz 2 Satz 1 und des § 18 Absatz 3 Satz 1 des Kirchensteuergesetzes Mecklenburg-Vorpommern vom 30. Oktober 2014 (GVOBl. M-V S. 586) verordnet das Finanzministerium:
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§ 1
Verwaltung der Kirchensteuer durch die Finanzämter

1 Die Verwaltung der Kirchensteuer als Zuschlag zur Einkommensteuer sowie die Verwaltung des besonderen Kirchgeldes von Kirchensteuerpflichtigen, deren Ehegatten oder deren Lebenspartner keiner kirchensteuererhebenden Kirche oder Religionsgesellschaft angehören und für die eine Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt wird, wird den Finanzämtern übertragen. 2 Diese Übertragung gilt für die Kirchensteuern als Zuschlag zur Einkommensteuer einschließlich Lohn- und Kapitalertragsteuer, die die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Erzbistümer Hamburg und Berlin im Land MecklenburgVorpommern erheben.
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§ 2
Kirchensteuerabzug durch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

1 Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Kirchensteuer im Lohnsteuerabzugsverfahren mit dem in Mecklenburg-Vorpommem geltenden Steuersatz auch für diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzubehalten und abzuführen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben, aber von einer in Mecklenburg-Vorpommem liegenden lohnsteuerlichen Betriebsstätte entlohnt werden, wenn diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber einer evangelischen Landeskirche oder eines Erzbistums oder Bistums der Römisch-Katholischen Kirche im Inland kirchensteuerpflichtig sind. 2 Dies gilt nur, wenn die Kirchensteuer im Lohnsteuerabzugsverfahren in dem Land, in dem die Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, für die betreffenden Kirchensteuergläubigerinnen und Kirchensteuergläubiger durch die Landesfinanzbehörden verwaltet wird.
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§ 3
Kirchensteuerabzug vom Kapitalertrag

Die Kirchensteuerabzugsverpflichteten haben die Kirchensteuer als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer nach Maßgabe des § 51a Absatz 2c Einkommensteuergesetz auch bei Kirchensteuerpflichtigen einzubehalten und abzuführen, die keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern haben und gegenüber einer der folgenden kirchensteuererhebenden Kirchen oder Religionsgesellschaften kirchensteuerpflichtig sind; der Kirchensteuersatz bestimmt sich nach dem Ort des Wohnsitzes oder des gewöhnlichen Aufenthalts der Kirchensteuerpflichtigen:
Evangelische Landeskirchen:
Bremische Evangelische Kirche
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Evangelische Kirche der Pfalz
Evangelische Kirche im Rheinland
Evangelische Kirche von Westfalen
Evangelische Landeskirche Anhalts
Evangelische Landeskirche in Baden
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers
Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe
Evangelisch-reformierte Kirche
Lippische Landeskirche
Römisch-Katholische Kirche:
Bischöfliches Generalvikariat Aachen
Bischöfliches Generalvikariat Augsburg
Bischöfliches Generalvikariat Essen
Bischöfliches Generalvikariat Fulda
Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Bischöflich Münstersches Offizialat in Vechta
Bischöfliches Generalvikariat Osnabrück
Bischöfliches Generalvikariat Trier
Bischöfliches Ordinariat Dresden-Meißen
Bischöfliches Ordinariat Eichstätt
Bischöfliches Ordinariat Erfurt
Bischöfliches Ordinariat Görlitz
Bischöfliches Ordinariat Limburg
Bischöfliches Ordinariat Magdeburg
Bischöfliches Ordinariat Mainz
Bischöfliches Ordinariat Passau
Bischöfliches Ordinariat Regensburg
Bischöfliches Ordinariat Rottenburg-Stuttgart
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Bischöfliches Ordinariat Würzburg
Erzbischöfliches Generalvikariat Hamburg
Erzbischöfliches Generalvikariat Köln
Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn
Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg
Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg
Erzbischöfliches Ordinariat München
Alt-Katholische Kirche:
Alt-Katholischer Gemeindeverband Rheinland-Pfalz
Alt-Katholische Kirchengemeinde Berlin
Alt-Katholische Kirchengemeinde Hamburg
Alt-Katholische Kirchengemeinde Hannover-Niedersachsen
Alt-Katholische Kirchengemeinde Saarland
Alt-Katholische Kirchengemeinde Schleswig-Holstein
Gemeindeverband der Alt-Katholischen Pfarrgemeinden in Nordrhein-Westfalen
Landessynodalrat der Alt-Katholischen Kirche in Baden-Württemberg
Landessynodalrat der Alt-Katholischen Kirche im Freistaat Bayern
Landessynodalrat der Alt-Katholischen Kirche in Hessen
Jüdische Landesverbände/Gemeinden:
Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg
Jüdische Kultusgemeinde Bad Kreuznach
Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main
Jüdische Gemeinde in Hamburg
Jüdische Kultusgemeinde Koblenz
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern
Landesverband der Jüdischen Gemeinde in Hessen
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe
Synagogen-Gemeinde Köln
Synagogengemeinde Saar
Freie Religionsgemeinschaften:
Freie Religionsgemeinschaft Alzey
Freireligiöse Gemeinde Mainz
Freireligiöse Gemeinde Offenbach am Main
Freireligiöse Landesgemeinde Baden
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz
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§ 4
Inkrafttreten, Außerkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. 2 Gleichzeitig treten die Verwaltungsvorschrift zum Erlass zur Übertragung der Verwaltung der Kirchensteuer auf die Finanzämter vom 28. Mai 1991 (BStBl. I S. 613) und die Verwaltungsvorschrift zur Anordnung über den Kirchensteuerabzug vom Arbeitslohn bei Arbeitnehmern, die in Mecklenburg-Vorpommern weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben, vom 28. Mai 1991 (BStBl. I S. 614) sowie die Verwaltungsvorschrift zum Erlass über den Kirchensteuerabzug vom Kapitalertrag vom 16. April 2009 (AmtsBl. M-V S. 394), die zuletzt durch die Verwaltungsvorschrift vom 26. Oktober 2010 (AmtsBl. M-V S. 783) geändert worden ist, außer Kraft.