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Rechtsverordnung
über das Vikariat im Ehrenamt
(Vikariatsehrenamtsverordnung – VikEVO)

Vom 9. März 2016

(KABl. S. 146)

Aufgrund des § 9 Absatz 6 Pfarrdienstausbildungsgesetz vom 28. November 2013 (KABl. 2014 S. 3) verordnet die Erste Kirchenleitung:
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§ 1
Vikariat im Ehrenamt

( 1 ) Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland ermöglicht ein Vikariat im Ehrenamt als Sonderform des Vikariats nach § 7 Pfarrdienstausbildungsgesetz vom 28. November 2013 (KABl. 2014 S. 3) in der jeweils geltenden Fassung.
( 2 ) 1 Das Vikariat im Ehrenamt dauert in der Regel 41 Monate und schließt die Zweite Theologische Prüfung mit ein. 2 Es wird den Ausbildungsgängen des Regelvikariats durch den Abschluss einer Vereinbarung über die Ableistung des Vorbereitungsdienstes (Ausbildungsvereinbarung) zugeordnet.
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§ 2
Aufnahme in ein Vikariat im Ehrenamt

( 1 ) Ein Vikariat im Ehrenamt kann beantragen, wer die Voraussetzungen von § 8 Pfarrdienstausbildungsgesetz erfüllt, in der Regel das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet, mit Beginn des Vikariats im Ehrenamt seinen Hauptwohnsitz im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland hat und versichert, dass für den Lebensunterhalt gesorgt ist.
( 2 ) 1 Der Ausbildungsausschuss entscheidet im Rahmen von § 3 Absatz 2 Pfarrdienstausbildungsgesetz über:
  1. die Zulassung zum Bewerbungsverfahren;
  2. die Aufnahme in das Vikariat im Ehrenamt;
  3. die Dauer und eine notwendige Verlängerung des Vikariats im Ehrenamt.
2 Grundlage für die Entscheidung ist die Ausbildungsvereinbarung.
( 3 ) Für das Bewerbungsverfahren gilt die Vikariatsaufnahmeverordnung vom 2. Dezember 2014 (KABl. 2015 S. 28) in der jeweils geltenden Fassung entsprechend mit der Maßgabe, dass nach § 2 Absatz 4 Vikariatsaufnahmeverordnung das Landeskirchenamt zusätzliche Plätze eines Bewerbungsverfahrens für Bewerberinnen und Bewerber zur Aufnahme in ein Vikariat im Ehrenamt vorhalten kann.
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§ 3
Inhalt und Gestaltung des Vikariats im Ehrenamt

( 1 ) 1 Das Vikariat im Ehrenamt ist ein kirchliches Ausbildungsverhältnis, das unentgeltlich wahrgenommen wird. 2 Das Vikariat im Ehrenamt begründet kein berufliches Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis.
( 2 ) Das Vikariat im Ehrenamt wird durch die Beauftragung zur Vikarin bzw. zum Vikar im Ehrenamt in einem Gottesdienst begründet.
( 3 ) Die Vikarinnen und Vikare sind vom Landeskirchenamt auf die Dienstverschwiegenheit und die Wahrung des Beichtgeheimnisses zu verpflichten.
( 4 ) 1 Die während des Vikariats im Ehrenamt durchzuführende Ausbildung richtet sich nach den Handlungsfeldern Gottesdienst, Bildung, Seelsorge und Kybernetik/Gemeindeentwicklung. 2 Die Pastorenvorbereitungsdienstverordnung vom 11. Juni 2012 (KABl. S. 106) in der jeweils geltenden Fassung ist entsprechend anzuwenden.
( 5 ) Die Anforderungen für die Zweite Theologische Prüfung vor dem Prüfungsamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland richten sich nach der VO Zweite Theologische Prüfung vom 12. Juni 2012 (KABl. S. 109) in der jeweils geltenden Fassung.
( 6 ) Für das Vikariat im Ehrenamt gelten die Vorschriften der §§ 10, 11, 14, 16 bis 30 Pfarrdienstausbildungsgesetz entsprechend, soweit sie nicht ein besoldetes Dienstverhältnis voraussetzen.
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§ 4
Ausbildungsvereinbarung

( 1 ) 1 Die Ausbildungsvereinbarung wird zwischen dem Landeskirchenamt und der Vikarin bzw. dem Vikar abgeschlossen. 2 In ihr ist insbesondere zu regeln:
  1. der Ausbildungsplan für das Vikariat im Ehrenamt;
  2. gegebenenfalls die Anrechnung einzelner Ausbildungs- und Prüfungsteile;
  3. die Dauer des Vikariats im Ehrenamt;
  4. die Zuweisung zu einer Ortskirchengemeinde.
3 Anrechnungen nach Satz 2 Nummer 2 können vereinbart werden, wenn das mit dem jeweilgen Handlungsfeld bezweckte Ausbildungsziel durch andere berufliche Tätigkeiten oder dafür erforderliche Ausbildungs- und Prüfungsleistungen nachgewiesen werden kann.
( 2 ) Vikarinnen und Vikare haben Anspruch auf Erstattung von Reisekosten nach Maßgabe der für Pastorinnen und Pastoren in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland geltenden Vorschriften und auf einen Zuschuss zur Anschaffung eines Talars nach § 15 Nummer 4 Pfarrdienstausbildungsgesetz bis zur Höhe der nachgewiesenen Anschaffungskosten.
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§ 5
Ende des Vikariats im Ehrenamt

( 1 ) Neben den in § 24 Pfarrdienstausbildungsgesetz genannten Beendigungsgründen endet das Vikariat im Ehrenamt:
  1. mit Bestehen der Zweiten Theologischen Prüfung;
  2. spätestens mit Ablauf der Befristung;
  3. mit Verlegung des Hauptwohnsitzes außerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, sofern nicht im Einzelfall eine andere Regelung getroffen wird.
( 2 ) Die Pflichten aus § 3 Absatz 3 bleiben über die Beendigung des Auftrags hinaus bestehen.
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§ 6
Inkrafttreten

Diese Rechtsverordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.1#

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1 ↑ Red. Anm.: Die Rechtsverordnung trat am 2. April 2016 in Kraft.