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Merkblatt
„Umgang mit Altargerät und
sakralen Gegenständen aus Metall“1#

Stand: März 2017

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Reinigung von Abendmahlsgerät
Wein oder Traubensaft so kurz wie möglich im Gefäß lassen.
Kelche, Kannen, die mit Wein, Saft oder Handschweiß in Berührung kommen, nach Gebrauch gründlich ausspülen:
  • Unter fließend warmem Wasser (nicht Eintauchen!) mit weichem Tuch.
  • Gegebenenfalls sparsamer Zusatz eines pH-neutralen Spülmittels (keine Haushaltsreiniger oder Scheuermittel verwenden oder Geräte in einer Geschirrspülmaschine reinigen!).
  • Besondere Vorsicht bei Geräten, die mit Edelsteinen, Emaille, Bein usw. besetzt sind.
  • Trocknen: mit weißen, weichen Zellstofftüchem (Küchenrollen), dann an der Luft trocknen lassen.
Oblatendosen gelegentlich leeren, Oblatendosen und Patenen auswischen.
Pflege von silbernen oder versilberten Geräten
Rückstände, die nicht durch Spülen und Trocknen zu entfernen sind (zum Beispiel Korrosionsspuren, Fingerabdrücke),
  • mit Silberputztuch entfernen, vorsichtig ohne starken Druck abreiben, wichtig: Schutz vor Verbiegen durch gutes Festhalten und Stützen des jeweils abzureibenden Teils, vor allem der Kelchkuppa.
  • auch geeignet: „Haggerty’s“ Putzmittel,
  • Keine Scheuermittel bzw. -pasten und Tauchbäder, keine „Hausmittel“ wie Zinnkraut oder Ähnliches.
  • Pflege und Reinigung in größerem Umfang sowie besonders alter und wertvoller Geräte sollte ein Gold- oder Silberschmied vornehmen. Beratung zu geeigneten Werkstätten im Landeskirchenamt (siehe unten).
Pflege und Reinigung von Geräten aus Bronze, Messing, Zinn
(Altarleuchter, Taufschalen, Taufbecken)
Entfernung von Wachsflecken: am besten mit Haartrockner und Küchentüchern, Verwendung von Terpentinersatz oder Waschbenzin möglich (nicht: Feuerzeugbenzin, Kraftstoff, Petroleum). Keinesfalls: Abkratzen oder Abschmirgeln.
Putzen: mit Messing- bzw. Zinnputz-Watte („Metarex“), Flüssigmittel (Sidol) sind wegen enthaltener Schleifkörper ungünstig; alte Putzmittelreste in Ritzen und Rillen eventuell in Wasser lösen, abspülen, trocken. Beratung zur Mikrowachs- bzw. Mikrolack-Konservierung im Landeskirchenamt (siehe unten).
Aufbewahrung
Der Aufbewahrungsort (Tresor) muss abschließbar und diebstahlsicher sein und genügend Platz für die Geräte bieten. Bei Überfüllung des Tresors stößt oft Metall gegen Metall – das verursacht Schäden!
Geräte einzeln verpacken, am besten in originalen Futteralen oder Etuis; für Silber: spezielle Tücher oder Beutel aus Baumwolle mit Silberpartikeln (verhindern Anlaufen), ansonsten Moltonbeutel. Keine Kunstfasern, imprägnierte Textilien, Leder, Zeitungspapier, Plastiktüten.
Auf Trockenheit und Sauberkeit achten, ideal: Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent (Reduzierung der Feuchtigkeit durch Absorber-Gel bzw. -Granulat möglich; muss gelegentlich ausgewechselt werden); gleichmäßige Raumtemperatur (entsprechend den Gebäudevorschriften).
Zur Vermeidung mechanischer Beschädigungen Geräte grundsätzlich stehend lagern. Stapeln von mehreren Patenen nur mit ausreichendem Schutz aus Stoff! Schalen und Becken dürfen nicht auf dem Rand stehen, Metall darf nicht Metall berühren.
Bei Transport zwischen Aufbewahrungsort und Ort der Benutzung auf geeignete Transportbehältnisse achten (Koffer, feste Etuis, genug Polster zwischen den Geräten).
Reparatur oder Restaurierung
Nur in Absprache mit dem Landeskirchenamt, Baudezernat, das auch geeignete Werkstätten nennt. Unsachgemäße Reparaturen werden unter Umständen teure Folgereparaturen nach sich ziehen.
Achtung!
Kannen und Kelche aus Kupfer, Messing und Alpaka, deren Vergoldung bzw. Versilberung schadhaft ist, sowie ältere Zinnkelche (wegen Blei- bzw. Arsengehalt) aus gesundheitlichen Gründen nicht für das Abendmahl verwenden.
Beratung: Landeskirchenamt, Dezernat Bauwesen, 24103 Kiel,
Dr. Antje Heling-Grewolls, Kunstgutreferentin, Tel.: 0385 20223-150
Sorgfältiger Umgäng verhindert Schäden und sichert den Erhalt!

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1 ↑ Red. Anm.: Das Merkblatt wird vom Dezernat Bauwesen des Landeskirchenamts Kiel herausgegeben.